Forbes Founders

Seit drei Jahren sucht Forbes frühphasige Unternehmen, um die Gründer vor den Vorhang zu holen und zudem die Trends der Zukunft von Anfang an erkennen zu können. Dieses Jahr haben wir den vormals als Start-up-Challenge bekannten Bewerb in eine Initiative namens „Forbes Founders“ transformiert. Um die Qualität der Auswahl unserer Teilnehmer nachhaltig zu gewährleisten, haben wir uns Hilfe geholt. Denn wir lassen die Top-Universitäten aus dem deutschsprachigen Raum je zwei Spin-offs aus ihrem Haus nominieren, die wir dann vorstellen und in einem mehrmonatigen Prozess begleiten.

Das hat zwei Dinge zur Folge: Erstens bewegen wir uns damit stärker in Richtung von Projekten aus dem Deep-Tech-Bereich. Zweitens vergrößert sich der regionale Fokus auf die DACH-Region, mit impliziten Schwerpunkt auf (Süd-)Deutschland. Und drittens legen die handelnden Personen auf andere Dinge wert, als die „reguläre“ Start-up-Szene.

Auch deshalb lautet das Motto der Initiative 2018 „Zebra gesucht“. Denn während viele Gründer dem Traum, ein „Einhorn“ zu gründen, hegen, gibt es eine neue Tiergattung mit Vorbildwirkung. Sie soll den Schwächen der wachstumshungrigen Einhörner Stärken entgegensetzen. Das Idol des „Zebras“ soll Jungunternehmer wieder zu einem langfristigen, problemorientierten Qualitätsdenken verhelfen. Aus welchen Branchen die Unternehmen stammen, ist nebensächlich. Wer jedoch weiß, dass 2017 bereits ein Fünftel des europäischen Risikokapitals in künstliche Intelligenz- und Deep-Tech-Projekte investiert wurde, kann sich vorstellen, wohin die Reise gehen könnte. Die Zukunft wird gerade ausgestaltet. Seien Sie mit dabei.

Das Prozedere nochmal zusammengefasst: 30 Universitäten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz Liechtenstein und den Niederlanden nominieren je zwei akademische Spin-Offs aus dem eigenen Haus zur Teilnahme an „Forbes Founders“. Diese 60 Unternehmen werden vorgestellt und daraus wiederum per Juryentscheid und Online-Voting zehn Unternehmen ausgewählt, die im Dezember 2019 um den Sieg als bestes Spin-off der deutschsprachigen Region kämpfen. Es winken nicht nur Ruhm und Ehre, sondern Gewinne und neue Kontakte, die für frühphasige Unternehmen über Erfolg und Scheitern bestimmen können.

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M-Sense

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Das Spin-Off M-Sense hat lästigen Kopfschmerzen und Migräne den Kampf angesagt. Und verschiebt die entsprechende Therapie ins Virtuelle.

Die Entwicklung selbst bereitete niemandem Kopfschmerzen. Denn das Gründerteam des Spin-Offs der Humboldt-Universität zu Berlin, M-Sense, ist beim Thema Migräne mehr als bewandert: Markus Dahlem (Chief Medical Officer) forscht etwa seit 20 Jahren dazu, die Studien des theoretischen Physikers finden sich in medizinischen Lehrbüchern und wurden in über 50 Fachpublikationen veröffentlicht. CEO Stefan Greiner ist Spezialist im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion und führte App-Evaluationsstudien etwa für die Deutsche Bahn durch. Gemeinsam mit Martin Späth (CTO) und Simon Scholler (Head of Research) entwickelten sie 2016 die zertifizierte Medizin-App M-Sense. Dabei handelt es sich um eine digitale Therapiebegleitung sowie Hilfe für Migräne- und Kopfschmerzpatienten. Lästige Beschwerden könnten damit endgültig – oder zumindest ein gutes Stück weit – vorbei sein. Denn laut Homepage soll die Häufigkeit und Intensität solcher Schmerzen um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Mittels der App bekommen Nutzer nicht nur einen Überblick über diese und ihre Auslöser sowie Medikamenteneinnahmen – sondern können mit wirksamen Therapiemethoden aus der klinischen Praxis auch selbst Attacken vorbeugen. Einflussfaktoren wie etwa Stress oder Schlaf werden dokumentiert, ebenso Zeitpunkt und Dauer einer Attacke – anhand dieser Daten werden sodann die Auslöser ausgespuckt.
Darüber hinaus gibt es noch die Akut-Hilfe innerhalb der In-App-Therapiebegleitung, M-Sense Active, die im Gegensatz etwa zur Analyse der Einflussfaktoren kostenpflichtig ist. „Es ist unsere Vision, das Wissen weltweit führender Kopfschmerzspezialisten und die wirkungsvollsten Therapieansätze dem Nutzer an die Hand zu geben. Durch jeden Eintrag lernt die App – und hilft so nicht nur den einzelnen Betroffenen, sondern auch der Wissenschaft, Migräne und Kopfschmerzen besser zu verstehen“, bringen es die Gründer auf den Punkt. Abgesehen von Freemium Modell im B2C-Bereich, hat das Start-up auch mehrere Kooperationen mit Unternehmen und Krankenkassen abgeschlossen (in Richtung eines sogenannten Reimbursement-Modells, Anm.). Denn die Gründer gehen davon aus, dass zukünftig die entsprechenden Kosten für die Betroffenen von Krankenkassen übernommen werden. Was die eigene Zukunft angeht, will M-Sense den nächsten Schritt machen: „Wir wollen M-sense als digitale Therapie positionieren, inklusive einer klinischen Studie, die die Wirksamkeit unserer Anwendung bestätigt. Genauso wie herkömmliche Medikamente oder Medizintechnologie wollen wir dann auch von Krankenkassen in Zukunft erstattet werden.